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“Koloss von Prora für fast dreieinhalb Millionen Euro verkauft” – so titelt ein Bericht in der heutigen OstseeZeitung. Darin heißt es weiter:
“Der scheibchenweise Verkauf der NS-Immobilie Prora durch den Bund hat 3,45 Millionen Euro eingebracht. Das geht aus dem dazu vorliegenden Abschlussbericht des Bundesfinanzministeriums hervor, der heute dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgestellt werden soll. Danach hat allein der Verkauf des letzten von fünf Blöcken einen Erlös von 1,25 Millionen Euro erzielt. Der Block IV der einst von den Nationalsozialisten als “Seebad der 20 000″ geplanten Anlage war im Oktober 2011 als letztes Teilstück veräußert worden.
Bisher ist eine für 16,4 Millionen Euro umgebaute Jugendherberge mit 400 Betten die einzige größere Baumaßnahme in Prora. Investoren, die bereits 2006 einen Teil der geschichtsträchtigen Anlage erworben hatten, schieben den Baubeginn immer wieder hinaus. … Der Binzer Flächennutzungsplan (Anmerkung: Prora gehört zur Gemeinde Binz) sieht in der NS-Hinterlassenschaft insgesamt 3000 Betten vor – allein in den Blöcken I und II sind 400 Eigentumswohnungen und zwei Hotels mit 760 Betten genehmigt. Für das 100-Millionen-Euro-Projekt, das eigentlich im Herbst 2011 starten sollte, gibt es aber keinen offiziellen Baubeginn. …”
Bei aller Kontroverse, mit der man über Prora und seine künftige Nutzung diskutieren kann, bleibt zu hoffen, dass die Investoren mit diesem Stück Geschichte wie auch mit dem touristischen Potential der Gegend mit Behutsamkeit und dem gebotenen Sachverstand umgehen. Die sehenswerten Museen der KulturKunstStatt Prora leisten einen Beitrag dazu.
Nachtrag vom 15.02.2012: Heute geht durch die Presse, dass der bereits in den 90er Jahren an einen privaten Investor verkaufte Block I am 31.März in Berlin erneut versteigert werden soll. Damit liegen die Pläne für das touristische Großprojekt des Jahrzehnts auf Rügen weiter auf Eis. Geplant (und auch per Bebauungspan genehmigt) war ein gemeinsamer Ausbau der Blöcke I und II zu einem Komplex von 400 Wohnungen und zwei Hotels mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro. Dazu kommt es wegen der geschäftlichen Trennung der beiden ursprünglichen Käufer nun vorerst nicht. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.
Bildquelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:ProraSeeseite.jpg
Steffen Löwe Gera (”Koloss von Prora” von der Seeseite aus, fotografiert von Steffen Löwe, Public Domain)
